Moderne Architektur mit Wohlfühlcharakter

(Neckargemünd, 20.02.2009)
Nach der Sanierung präsentieren sich Sportbereich, Physiotherapie und Bewegungsbad der SRH Neckargemünd von ihrer freundlichsten Seite
Nach insgesamt 22 Monaten Bauzeit hat die SRH in Neckargemünd ihren auf den Ebenen 2 und 3 angesiedelten Sport-, Physiotherapie- und Bewegungsbad-bereich mit einem Gesamtkosten-volumen von knapp 4,5 Mio. Euro komplett saniert und umgebaut.
Das Rastatter Architektenbüro Donning + Unterstab hat bei der Umsetzung seiner Planung in guter Kooperation mit den Nutzern ein Konzept verfolgt, in dem nicht nur optimale funktionale Voraussetzungen, sondern auch zahlreiche mentale Faktoren für ein Wohlfühl-Klima sprechen. Viel Licht – und zwar möglichst Tageslicht – gehört beispielsweise dazu. So wurde die ehemalige Zuschauertribüne der alten Sporthalle zu kubischen Therapiezellen umgebaut, in die von der gegenüberliegenden Seite die Sonne scheinen kann. Der etwa 985 qm große Physiotherapiebereich ist nach dem Umbau fast nicht wieder zu erkennen: Mit großzügigem Empfangsbereich, modernen Einzel- und Gruppentherapieräumen, einem zusätzlichen, 100 qm großen Therapieraum als Reaktion auf die Anforderungen von psychomotorischen Aspekten, mit einem Fitness-Gerätepark für die Azubis und dazu freundlichen Personal-, PC-Arbeits-, Besprechungs- und Büroräumen stellt der Bereich Physiotherapie den größten Part der Sanierung dar. Das Ergebnis ist für die Patienten als auch für die 45 beschäftigten Therapeuten absolut positiv: frische Grüntöne bestimmen die helle Atmosphäre der von der Architektin so angeordneten Räume, dass sie möglichst vom Tageslicht des Innenhofes profitieren. Platzsparende, hellgrüne Schiebetüren aus Glas schaffen weitere Transparenz; darüber hinaus wurde mit einer indirekten, umlaufenden Deckenbeleuchtung für viel Licht gesorgt.
Auch die Umkleide- und sanitären Anlagen im Sportbereich auf der Ebene 2 wurden im vergangenen Jahr erheblich umgestaltet und modernisiert, und auch hier wurde die bisherige Raumaufteilung teilweise gänzlich aufgehoben, Bereiche entkernt und neuen Nutzungen zugeführt. So gehört jetzt ein mit Schwingboden, Spiegel und mobiler Ausstattung konzipierter Gymnastikraum von 160 qm zu den neuen Errungenschaften. In gut gelaunten Gelb- und Terrakottanuancen sind Flure, Umkleide- und Duschräume gehalten – selbstverständlich allesamt barrierefrei und mit vielen technischen Details versehen, wie zum Beispiel den Durchlaufbegrenzern in den Armaturen.
Von Mitte bis Ende 2008 wurde parallel zum Sportbereich das Bewegungsbad einschließlich seiner umgebenden Räume saniert. Die von der Stephen-Hawking-Schule, vom Leonardo da Vinci Gymnasium und dem Berufsbildungswerk genutzten Anlagen hielten während der gesamten Umbauphase ebenso wie der Physiotherapiekomplex ihren Betrieb aufrecht. „Weder Unterrichts- noch Therapiestunden mussten deswegen ausfallen“, freut sich Gerd Steringer, Leiter Bau und Technik im SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd gGmbH.
Im Bewegungsbad bestimmen maritime Blautöne das Bild, wobei der Wohlfühl-Charakter des Bades mit zahlreichen technischen und architektonischen Raffinessen einhergeht. Unterwasserlautsprecher im absenkbaren Bewegungsbadboden, Scheinwerfer, Massagedüsen, eine indirekt beleuchtete Spanndecke mit Spiegeleffekt über dem Wasser, Würfelnischen zum Relaxen und farbige Fensterelemente zur angrenzenden Außenanlage lassen das alte Outfit des Bades schnell vergessen machen. Der benachbarte Saunabereich mit Ruhezone kann zum Bad hin geöffnet werden, bewahrt sich jedoch stets seine geschützte Atmosphäre, was nicht zuletzt dank einer mit blauem Granulat gefüllten Glaswand optisch äußerst reizvoll gelöst wurde.
Heike Dietrich-Kirrmann

