Leonardo da Vinci GymnasiumLeonardo da Vinci Gymnasium

Hurra, hurra, Hausaufgaben sind passé

Photo keine Hausaufgaben

(Neckargemünd, 21.01.2008) "Hurra, Hurra, es gibt keine Hausaufgaben mehr". Diese Erkenntnis ist für die 60 Schülerinnen und Schüler zwischen acht und 13 Jahren des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums in Neckargemünd seit Beginn dieses Schuljahres Alltag.

Klar, werden jetzt viele denken, für Hochbegabte, die 98 Prozent ihrer Altersgenossen intellektuell hinter sich lassen, ist das ja wohl kein Problem. Das stimmt so nicht, erklärt Schulleiter Ulrich Müller. Denn zum einen haben die superschlauen Kinder in der Grundschule oft Klassen übersprungen und dadurch zwangsläufig "Lücken", die gefüllt werden müssen, und zum anderen muss klassischer Paukstoff von ihnen ebenso gebüffelt werden wie von allen anderen auch.

"Es ist viel entspannter", berichten der elfjährige Maximilian Rogall und die zwölfjährige Fabienne Link von ihren Erfahrungen. Die beiden sind Schülersprecher und schätzen es sehr, dass sie seit letztem Sommer wirklich frei haben, wenn sie um 16 oder 17 Uhr zuhause eintreffen. Dann können sie sich sportlichen oder musikalischen Aktivitäten widmen oder Fabienne recherchiert noch für einen Artikel der Kinder-Uni im Netz.

Fürs Wochenende oder abends bleibt dann nur die Vorbereitung auf Klassenarbeiten oder das Vokabellernen. Wobei, so erklärt Fabienne, sogar Letzteres spielerisch als eine Art Gedächtnistraining in den Unterricht und an die Tafel verlegt werden kann.

Die Schulstunden wurden auf 60 Minuten verlängert und die Vertiefung des Stoffs dadurch direkt in den Unterricht verlegt. Vorteil: Unklares kann gleich an Ort und Stelle mit dem Fachlehrer geklärt werden und nicht erst in der Hausaufgabenzeit am Nachmittag. Da wurden die Leonardo da Vinci Schüler zwar auch früher schon betreut. Doch nicht jeder Lateinlehrer ist auch in allen Fragen der Mathematik völlig firm und mancher Steppke braucht längere Zeit, um sich beispielsweise den Inhalt des Biologieunterrichts wieder "ranzuholen", wenn seit dem Unterricht schon wieder etliche Zeit verstrichen ist.

Obwohl am Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, wo die Eltern reichlich Schulgeld berappen, vieles anders ist als anderswo, war im Hinblick auf Hausaufgaben bislang vieles vertraut: Frust bei Schülern, Lehrern und Eltern, die dann nach Feierabend noch als Hilfslehrer oder Aufgabenkontrolleure fungieren mussten.

Die Schule der Stiftung Rehabilitation ist sicher in vielem ausgesprochen ungewöhnlich. Gleichwohl, so unterstreicht Müller, sind die Pädagogen von der Ausbildung her, ganz "normale" Gymnasiallehrer, und vieles, was Regelschulen umtreibt, spiegelt sich auch im Leonardo- da-Vinci-Gymnasium wider. Kein Wunder, dass sich Müller und seine Kollegen bei Neuerungen durchaus auch als Pioniere begreifen. Durch die kleine Größe kann manches ausprobiert werden und, wenn etwas schief läuft, auch schnell wieder korrigiert werden.

"Machbar ist der Abschied von den Hausaufgaben überall, wo es Ganztagsunterricht gibt", unterstreicht Müller. Letztlich sei es eine Frage der Organisation. In Neckargemünd hat es Entspannung gebracht und für die Lehrkräfte die sofortige Kontrolle, ob der Stoff auch sitzt. Und das wiederum führt dazu, dass alle miteinander viel besser drauf sind.

Von Kirsten Baumbusch


Navigation

Aktuelles

Keine News vorhanden.

Tools